In der DDR

Ich kann kaum glauben, dass da, wo ich wohne, früher mal eine anderes Land war: Die DDR. Hier stelle ich Euch drei tolle Bücher vor, in denen man erfahren kann, wie es war, in diesem Staat, der von 1949 bis 1990 bestand, zu leben. Alle drei Bücher sind empfehlenswert und bekommen von mir  ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

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Fritzi war dabei – Eine Wendewundergeschichte/ von Hanna Schott/ Verlag: Klett Kinderbuch/ 87 Seiten

Darum geht’s: Die Sommerferien sind vorbei, alles scheint wie immer zu sein. Oder auch nicht, denn beim Fahnenappell stellt sich heraus, dass ein Mädchen aus der Klasse fehlt: Fritzis Freundin Sophie ist mit ihren Eltern nach Ungarn ausgereist und kommt nicht mehr zurück. Trotzdem geht der Alltag weiter. So ist die Viertklässlerin total stolz, dass sie nun auch zu den Thälmann-Pionieren gehört. Bald merkt Fritzi jedoch, dass ihre Mama immer nachdenklicher wird.  Eines Tages gehen sie zusammen zum Friedensgebet in die Leipziger Nikolaikirche und Fritzi fällt auf, wie viele Menschen das Leben in der DDR kritisch sehen. Kurz darauf malt Fritzi ein Plakat für die große Montagsdemo.  Darauf steht: „Ein Land ohne Mauer – da ist keiner sauer“.

Besonderheiten:  Man erfährt einiges darüber, wie die Kinder in der DDR lebten, über die Wochen und Tage kurz vor dem Mauerfall und auch über die friedliche Revolution. Das Buch spielt in Leipzig, wo die Menschen jeden Montag gegen die politischen Verhältnisse demonstrierten. Sehr schöne Illustrationen.

Geeignet für: Kinder ab ca. 7 Jahren.

 

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Pullerpause im Tal der Ahnungslosen/ von Franziska Gehm/ Verlag: Klett Kinderbuch/ 283 Seiten

Darum geht’s: Jost und seine Mutter kommen gerade aus dem Urlaub zurück. Sie waren nicht in Italien oder Spanien – sondern im Mittelalter, denn mit Hilfe eines magischen Koffers können die beiden durch die Zeit reisen. Weil Josts Mama mal auf die Toilette muss, halten die beiden kurz in der DDR des Jahres 1987 an. Dummerweise wird den beiden dabei ihr Zeitreisekoffer geklaut und sie sitzen überraschend fest. Ohne Koffer keine Ausreise! Zum Glück lernt Jost die Kinder Jule und Letscho kennen. Die beiden machen sich mit ihm zusammen auf die Suche nach dem Koffer, der schon die Aufmerksamkeit der DDR-Regierung auf sich gezogen hat. Am Ende müssen sie Honecker höchstpersönlich das Gepäckstück wieder abluchsen…

Besonderheiten:Mega lustig, aber nicht albern. Macht nachdenklich, aber nicht traurig. Man erfährt etwas darüber, wie es war, in der DDR zu leben. In einem Glossar werden DDR-Begriffe erklärt („Patenbrigade“ zum Beispiel oder „Ferienspiele“). Super nett finde ich die Illustrationen, wenn es leider auch nicht viele davon gibt. Echt besonders ist die Aufmachung: Hinten steht drauf „VEB Loslesen Leipzig“ (VEB ist die Abkürzung von „Volkseigener Betrieb“. Das stand auf den DDR-Büchern auch immer drauf) und auf jeder Seite sind unten zwei Ähren abgebildet, ein typisches DDR-Symbol.

Das Buch soll demnächst verfilmt werden und ein zweiter Band im Herbst 2019 erscheinen. Ich freue mich schon sehr darauf!

Geeignet für: Kinder ab 9 Jahren (aber auch Erwachsene haben damit ihren Spaß)

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Im Labyrinth der Lügen / von Ute Krause / Verlag: cbj (gibt es inzwischen auch als Taschenbuch) / 287 Seiten

Darum geht’s:Bei einem Fluchtversuch werden die Eltern von Paul verhaftet. Der 12-Jährige kommt erst in ein Kinderheim und darf dann zu seiner Oma und seinem Onkel Henri ziehen. Als seine Eltern von der BRD-Regierung freigekauft werden und im Westen ein neues Leben anfangen, muss Paul in Ostberlin blieben. Er ist ziemlich in sich gekehrt und hat keine Freunde. Seine Familiengeschichte macht ihn zu einem Außenseiter. Eines Tages lernt Paul am Bahnhof Friedrichsstraße Millie kennen, die anders ist, als die Kinder, die er sonst kennt. Eines Abends besuchen die beiden Pauls Onkel bei seiner Arbeit als Nachtwächter im Pergamonmuseum. Dort hören sie mysteriöse Geräusche und beschließen, herauszufinden, was geschieht. Was treibt Henri wirklich? Eine spannende und gefährliche Suche beginnt…

Das Buch zeigt, wie es gewesen ist in der DDR zu leben, wie Familien auseinander gerissen wurden, welche Einschränkungen es gab. Auch erfährt man viel über die Stasi, über Spitzel und die Unterschiede zwischen West und Ost.

Besonderheiten:Das Buch ist sehr spannend! Es gibt ein Glossar, in dem typische DDR-Begriffe (z.B. „Intershop“ oder „Arbeiter- und Bauernstaat“) erklärt werden sowie eine Karte von Ost- und Westberlin, die zeigt, wo die Mauer verlief.

Geeignet für: Kinder ab 10 Jahren und älter