“Ich versuche, Lieblingsbücher zu schreiben”

Die Autorin Cally Strunk wohnt genau wie ich in Berlin-Pankow – und auch gar nicht so weit weg von mir. Darum haben uns kürzlich spontan über Instagram zu einem „Meet & Greet“ in einem Café verabredet. Ich hatte Cally vorher erzählt, dass meine kleine Schwester ein Fan ihrer Mafflies-Bücher und auch ihrer Leonie Looping-Reihe ist und Cally hat gefragt, ob Juna vielleicht Lust hätte, sie zu interviewen. Na klar, hatte Juna dazu Lust!

Hier könnt Ihr nachlesen, worüber sich die beiden unterhalten haben…

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Warum bist Du Autorin geworden? Oooh, das waren ganz viele Zufälle. Erst wollte ich Sängerin werden und dann Schauspielerin – und dann sind ganz viele Sachen passiert, die dazu geführt haben, dass ich plötzlich Autorin geworden bin. Ich habe zum Beispiel eine Illustratorin kennengelernt, also eine Frau, die Bilder für Bücher malt, und die hat mich gefragt, ob ich Ideen für Geschichten hätte. Und dann habe ich Ideen entwickelt. Sie hat eine Idee einem Verlag gezeigt und der hat die sofort gekauft. Daraus ist dann mein allererstes Buch entstanden. Das Pappbilderbuch “Hatschi – Gesundheit kleiner Hase”.

Welches von Deinen Büchern magst Du am liebsten? Uuuh, das ist eine sehr schwierige Frage, weil ich meistens das am liebsten mag, was ich gerade schreibe. Aber eigentlich mag ich alle meine Bücher gerne. Ich mag die “Mafflies”, weil die so lustig sind. Und ich mag “Leonie Looping”, weil die Figuren darin immer bereit sind, allen zu helfen, die in Not sind. Und “Theo und der Mann im Ohr”, mein neues Erstleserbuch, das mag ich auch sehr gerne, weil es sehr lustig ist. Ich versuche immer Lieblingsbücher zu schreiben. Das heißt, ich versuche, jedes Buch so zu schreiben, dass ich später sagen kann, dass das ein Lieblingsbuch von mir ist.

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Diese Postkarte hängt sonst an der Tür von Junas Zimmer. Darauf ist der Mafflie Radieschen zu sehen.

Warum sind Max, die Hauptfigur in den Mafflies, und Leo, die Hauptfigur in Leonie Looping, sieben Jahre alt? Stimmt, die sind beide verflixte sieben Jahre alt.  Naja, ich fand, dass das Alter gut zu den Geschichten passt. Ich dachte mir, die sind dann schon so groß, dass sie auch vieles alleine machen können und nicht immer die Mama dabei sein muss. Aber sie sind auch nicht zu alt. Ich finde, sieben ist ein gutes Alter. Oder? Findest Du das auch?

Ja! ich bin auch sieben! Aaaah, ja (lacht)

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Die Mafflies sind bei Dressler (Verlagsgruppe Oetinger) erschienen.

Hast Du Kinder und wie alt sind die? Ich habe leider keine Kinder, bis jetzt. Aber ich habe zwei Katzen zu Hause, die sind sechs Jahre alt. Sie heißen Shima und Yazhi und haben mich sehr zu der Katze im ersten Band von Leonie Looping inspiriert – zu Flöckchen. Die beiden sehen nämlich so ähnlich aus: Sie sind auch weiß mit hellblauen Augen. Únd eines Tages bin ich vom Balkon in die Wohnung gekommen und habe gesehen, wie die beiden mit einem kleinen Grashüpfer gespielt und den verfolgt haben. Und dann habe ich gedacht, wenn ich so klein wäre, dann würden mich meine Katzen bestimmt auch jagen und versuchen, mich zu fressen. HILFE!!! Und dann hatte ich schon einen Teil von der ersten Geschichte von Leonie Looping und der ist dann immer weiter gewachsen.

Und daraus ist dann das Buch entstanden? Also die Idee gab es schon ein bisschen länger. Constanze von Kitzing, das ist die Illustratorin mit der ich zusammen arbeite, die hatte eine Schmetterlingselfe in einer Blüte gezeichnet und wir wollten dazu eine Geschichte machen. Und dann haben wir überlegt, welche Figuren es darin geben könnte und welche Orte. Erst sollte es nur ein Bilderbuch werden, aber dann war klar, dass es eine Geschichte für etwas ältere Kinder werden würde. Und während wir so überlegten kam das Erlebnis mit meinen Katzen. Und das wurde dann zu einer wichtigen Szene in dem ersten Buch.

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Die Reihe „Leonie Looping“ richtet sich an ErstleserInnen ab sechs Jahren

Wärst Du gerne eine Schmetterlingselfe? Total gerne (lacht)! Vor allem das Fliegen, das wäre super. Aber ich wäre das nicht so gerne für immer, denn ich bin ja auch gerne in meinem Leben wie es jetzt ist. Ich schreibe zum Beispiel gerne Bücher. Wahrscheinlich wäre ich eine Schmetterlingselfe, die gerne Bücher schreibt (lacht). Und dann müsste mein Mann auch ein Schmetterlingself sein, denn ich würde gerne mit ihm zusammen in einem Schmetterlingselfenhäuschen wohnen.

Und wie würdest Du heißen? Wie würde ich heißen? Hm (überlegt). Ich weiß es nicht. Wie würdest du mich denn nennen? Hast Du eine Idee? Nee? Also ich hatte mal eine Idee für eine weitere Schmetterlingselfe, aber ich weiß nicht, ob ich das bin. Die hieß Knöpfchen und hat immer Sachen selbst genäht und gebastelt. Das fand ich schön. Hm. Vielleicht würde ich auch einfach weiter Cally heißen.

Vielen Dank für das Interview!

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Cally und ich hatten uns vorher zu einem kleinen „Meet & Greet“ getroffen